Gemeindekennziffer: 61259

SonstigesWeißenbach bei Liezen

  • Ab / Am
    1145

Bis 31. 12. 2014 Nachbargemeinde im Westen von Liezen. Bildet seit 1. 1. 2015 gemeinsam mit Liezen die neue Stadtgemeinde Liezen.

 

Kurzer geschichtlicher Abriss:

1145 wurde der Ort erstmals als "Wiezenbach" erwähnt.
1339 wurde ein "Weiszenpach bei Wolchenstein (Wolkenstein)" genannt.
1696 kam es zu einem Aufstand der Bauern gegen den "Feldzehent".
1738 wurde das "Sensenwerk" von Veit Moser als "Nagelschmiede" gegründet.
1830 wurde in Weißenbach erstmals Schulunterricht erteilt. Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850.
1914 war das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Weißenbach.
1934 wurde beim Putschversuch der Nationalsozialisten ein vermeintlicher Attentäter bei der Bahnbrücke Weißenbach erschossen. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, ein Reichsarbeitslager wurde auf den Bachergründen errichtet.
1945 bis 1955 war die Gemeinde Teil der englischen Besatzungszone in Österreich.
1951 wurde eine Zusammenlegung mit Liezen in einer Volksbefragung (19.4.1951) mit großer Mehrheit abgelehnt.
1962 finden auf der "Kunstrodelbahn" die Europameisterschaften statt.
1968 erfolgte die Weihe der neuerbauten Kirche in Weißenbach.


Einwohnerzahlen

  • 1869
1869:    465
1880:    459
1890:    468
1900:    416
1910:    378
1923:    382
1934:    418
1939:    648
1951:    684
1961:    709
1971:    836
1981:    965
1991: 1.047
2001: 1.158
2007: 1.149
2011: 1.116

Bürgermeister

  • 1898 - 31.12.2014
1894: Laut einer handgeschriebenen Einladung hat der Gemeinde-Vorsteher Weichbold für 27.05.1894 zu einem Gründungsfest einer freiwilligen Feuerwehr eingeladen. Über diesen Herrn Weichbold gibt es aber keine weiteren Aufzeichnungen und auch die Feuerwehrgründung dürfte damals nicht zustande gekommen sein.
Im Buch "Weißenbach - einst und heute" sind folgende Bürgermeister angeführt:
 - 1898:            Johann Platzer vlg. Zwirtner
1898 - 1903:   Alois Sulzbacher
1903 - 1935:   Ludwig Brückler (auch Brüggler)
16.07.1936 - Februar 1938: Adalbert Maierl
März 1938 - 1945:   Johann Haar
01.09.1945 - 31.05.1946:   Franz Peer vlg. Schwoager (ÖVP)
01.06.1946 - 12.04.1948:   Konrad Strasser (SPÖ)
29.09.1948 - 20.04.1960:   Johann Riegerbauer (SPÖ)
20.04.1960 - 22.11.1993:   Franz Sulzbacher (ÖVP)
22.11.1993 - 31.12.2014:   Rudolf Pollhammer (ÖVP)

Wirtschaftsfreundliche Gemeinde

  • 2007
Auszeichnung als wirtschaftsfreundliche Gemeinde
Die Gemeinde Weißenbach bei Liezen erhielt 2007 von der Wirtschaftskammer Steiermark das
Zertifikat „Goldener Boden" für die ausgezeichnete Förderung der kommunalen Wirtschaft und
Stärkung der Gemeinde als Wirtschaftsstandort.

Daten über Weißenbach

  • 2014
Politischer Bezirk:  Liezen (LI)
Fläche: 35,79 km²
Höhe: 654 m ü. A.
Einwohner: 1 117 (1. Januar 2014)
Postleitzahl: 8940
Vorwahl: 0 36 12
Gemeindekennziffer: 6 12 49
Gliederung: 1 Katastralgemeinde
Gemeindeamt: Am Dorfplatz 56a
8940 Weißenbach bei Liezen

Chronik der Gemeinde Weißenbach

  • 17.07.2016
  • 1145 Unser Ort erwähnt als " Wiezenbach"
  • 1150 scheint bereits der Hof zu „Ampolting", des späteren „Langpolten" auf.
    Dieser war auch Sitz eines „Amtmannes"-„Mayr zu Langpolten".
  • 1180 gehörte der Ort zum Herzogtum „Steyr", dessen Herr Ottokar der IV war.
  • 1218 gehörte nach kirchlicher Einteilung der Ort zum Archialdiakonat „Obere Mark" und wurde später dem Salzburger „Domkapitel" unterstellt.
  • 1434 ist im „Urbar" des Stiftes Admont vermerkt, dass der Hof zu Langpolten in drei Güter zerfallen ist.
    Das Stift Admont besaß in dieser Zeit 10 Höfe in Weißenbach.
  • 1696 kam es zum Aufstand der Bauern gegen den „Feldzehent".
    Sie wollten, dass dieser in den „Sackzehent" umgewandelt werden sollte.
    (Beim Feldzehent wurde das Getreide samt Stroh abgeliefert, beim Sackzehent war es bereits gedroschen.) Hier ist dokumentiert, dass auch ein Philipp Schwaiger und ein Georg Dorer zu Langpolten beteiligt waren.
  • 1699 wurde die Zehent durch einen Vergleich der Stifte „Admont" und „Rottenmann" in den Sackzehent umgewandelt.
  • 1738 wurde das „Sensenwerk" von Veit Moser vorerst als „Nagelschmiede" gegründet.
    Diese wurde noch vor 1771 in ein „Sensenwerk" umgewandelt, welches 1771 von Anton „Moser" übernommen wurde, dieser errichtete bereits 1775 eine Kapelle mit „Meßlizenz".
  • 1778 übernahm das Sensenwerk Herr Hans Moser.
  • 1810 übernahm Frau Johanna Moser, verwittibte Moserin, die Sensenschmiede.
  • 1830 wurde erstmals in Weißenbach Schulunterricht erteilt.
  • 1843 war durch Erbfolge wiederum ein Franz Moser Besitzer der Sensenschmiede.
  • 1865 übernahm ein Herr Anton Moser das Werk.
  • 1869 wurde der Regulierungsvergleich für die Holzbezugsrechte abgeschlossen.
  • 1885 wurde das Bauernhaus „Großgassner" als Schulhaus von der Gemeinde gekauft.
  • 1894 verstarb Herr Anton Moser und seine Ziehtochter Johanna Erber war nun Besitzerin.
    Sie führte das Werk samt Landwirtschaft etwas mehr als ein Jahr.
  • 1896 pachtete Karl Krämer, aus Malsheim in Württemberg die Sensenschmiede.
  • 1896 siedelte sich Hermann v. Wißmann durch Kauf des Gutes Langpolten in Weißenbach an.
  • 1897 verehelichte sich die Besitzerin mit einem Gastwirt Michael Pugneth aus Liezen.
  • 1898 wurde erstmals ein Bürgermeister und zwar Alois Sulzbacher gewählt.
  • 1899 kaufte der Holzhändler Johann Steinbacher das Gut Sengsschmied.
  • 1903 wurde Herr Ludwig Brückler zum Bürgermeister gewählt.
  • 1905 fiel Hermann von Wißmann einen Jagdunfall zum Opfer.
  • 1905 scheint als Besitzer Nikolaus Dumba auf.
    Der den Besitzer der Innerberger Hauptgewerkschaft im Ausmaß von 4.500 ha erworben hat.
  • 1914 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Weißenbach.
  • 1918 kaufte Albin Skoda den Besitz Sengsschmied in dem von Dumba erworbenen Ausmaß.
  • 1922 wurde die erste Sängerrunde in Weißenbach durch H. Pongratz gegründet.
  • 1925 gründete Dir. Pongratz eine bäuerliche Fortbildungsschule in Weißenbach.
  • 1927 wurde die erste Autolinie Stainach-Weißenbach-Gaishorn eröffnet. Konzessionsinhaber war
    ein Herr Carnelli.
  • 1928 erwarben wiederum die beiden Grafenbrüder Albersleben aus Ostpreußen den Besitz.
  • 1929 wurde von der Gemeinde das „Bachergut" für Schulzwecke und zwar für die Errichtung einer 2. Klasse angekauft.
  • 1931 Ein neuer Schullehrgarten wurde auf einem ca. 6a großen Bachergrundstück angelegt.
  • 1932 wurde durch Kauf von den Brüdern Albersleben, Baron Klinger von Klingendorf Besitzer. Dieser konnte jedoch durch familiäre Schwierigkeiten den Besitz nur kurze Zeit behalten.
  • 1934 (12.-16.02.34) fand der Putsch der Nazionalsozialisten statt. In Weißenbach war dabei ein Todesopfer zu beklagen, da ein Bahn-Hilfspolizist Willibald Egger aus Rottenman bei der Bahnbrücke Weißenbach erschoss, als dieser scheinbar eine Sprengladung anbringen wollte.
    Das Frühjahr 1934 war außergewöhnlich trocken. Am 20. Mai 34 haben einheimische Beerensucher bereits Erdbeeren angeboten.
  • 1936 Große Feier zum 50-jährigen Bestehen der Schule.
  • 1937 Der Bienenzuchtverein Weißenbach feiert seinen 25-jährigen Bestand.
  • 1938 In Weißenbach wird ein Reichsarbeitslager (RAD) auf den Bachergründen errichtet
  • 1943 wird in Weißenbach ein Kindergarten errichtet.
  • 1949 die 380KV-Leitung Kaprun-Ernsthofen wird über das Dorf Weißenbach errichtet.
  • 1949 wurde mit dem Rüsthausbau begonnen.
  • 1949 Gründung des Trachten-und Plattlervereines „D´HOCHTAUSINGER".
  • 1950 Eröffnung des fertiggestellten Rüsthauses.
  • 1951 Der Gemeinderat (Bgm Riegerbauer) beschloss die zum Bacherhaus gehörenden Grundstücke südlich des Bacherweges bis zum Aubauergrund als „Siedlungsgebiet" auszuweisen.
  • 1951 erfolgte die Gründung des Musikvereines.
  • 1954 Mit dem Neubau einer Schule wurde im Frühjahr begonnen.
  • 1957 wird mit dem Bau einer Kunstrodelbahn auf der „Bacherleiten" begonnen.
  • 1958 mit dem Bau des „Umspannwerkes" Weißenbach wird begonnen.
  • 1959 Das Umspannwerk wird in Betrieb gesetzt, dazu war ein Riesenaufgebot für den Transport
    des „TRAFO´s" erforderlich.
  • 1960 Die ÖVP stellt nun den Bürgermeister und beginnt sofort mit den Arbeiten für eine moderne
    „Ortswasserversorgung". Die Umfahrung von Weißenbach durch eine neu errichtete Beton-
    straße ist fertig.
  • 1961 Die Ortswasserversorgung wurde termingerecht im Herbst fertiggestellt und der gesamte
    Ort Weißenbach konnte mit Trinkwasser versorgt werden.
  • 1962 Auf der „Kunstrodelbahn" finden die Europameisterschaften statt.
  • 1963 beginnen die Arbeiten für die Staubfreimachung der Ortsstraßen. Der Hauptweg konnte
    bereits zur Gänze asphaltiert werden.
  • 1965 wird mit dem Bau eines Schwimmbades begonnen.
  • 1965 Ein eigener Ortsfriedhof wird errichtet.
  • 1966 Mit dem Bau einer Straßenbeleuchtung wurde begonnen.
  • 1968 Weihe der neuerbauten Kirche in Weißenbach.
  • 1970 Beginn der Bauarbeiten für das Knauf Gipsplattenwerk.
  • 1971 wird in Weißenbach ein Kabelnetz für TV-Sender errichtet, in diesem wurde ein Info-Kanal installiert.
  • 1972 wird das Knauf-Werk, das vielen Weißenbachern in Zukunft einen Arbeitsplatz sichern wird, feierlich eröffnet.
  • 1972 wird auch das erste Mehrfamilienwohnhaus seiner Bestimmung übergeben. Bis zum Jahre
  • 1998 wurden in Weißenbach bereits 9 weitere gebaut.
  • 1975 wird die niveaufreie Ortsein- bzw. ausfahrt eröffnet. Sie wurde in einer Bauzeit von nur 2 Jahren errichtet. Der Bund trug 50% der Baukosten, der Rest wurde vom Land Steiermark und der Gemeinde Weißenbach aufgebracht. Die Baukosten betrugen rund 11 Mio S. Die Eröffnung nahm Landeshauptmann Dr. Friedrich Niederl vor. Ebenso erhält die Gemeinde eine neue Gemeindekanzlei im zweiten errichteten Eigentumswohnheim am Dorfplatz. Dem Ort Weißenbach wird ein Gemeindewappen verliehen.
  • 1976 Ein Kindergarten wird im Gebäude der Volksschule installiert und bereits am 11.10.1977 nach erfolgten Umbauten eröffnet.
  • 1977 Die Bachverbauung, die den Ort hochwassersicher machen wird, wurde begonnen.
    Auch siedelten sich weitere Betriebe im Gewerbegebiet an.(Lager f. Kunststoffrohre, Autohaus Pfleger, Autohaus Bammer).
  • 1977 Am sog. „ersten Anger" wird ein Tennisplatz errichtet.
  • 1978 Im Gebiet Rohrmoos-Langpolten wurden mehrere Forstaufschließungswege gebaut.
  • 1979 Im südwestlichen Gemeindegebiet werden nahe der alten Enns ein Golfplatz und Tennisplätze errichtet.
  • 1980 wurde in Weißenbach mit der „Ortskanalisation" begonnen.
  • 1987 wurden die Arbeiten der Ortskanalisation abgeschlossen.
    Heute sind sämtliche Wohnobjekte an das Kanalnetz angeschlossen.
  • 1990 wurde mit dem Bau der neuen Ortswasserleitung und des Trinkwasserkraftwerkes begonnen.
    Dieses Bauvorhaben wurde 1993 abgeschlossen.
  • 1993 wurde mit der Planung eines Badesees in Weißenbach begonnen.
  • 1996 konnte der Badesee eröffnet werden.  Die Eröffnung nahm Frau Landeshauptmann Klasnic im Juni unter großer Teilnahme der Bevölkerung vor.

Quelle: Buch "900 Jahre Liezen 1074 - 1974", wikipedia
Verfasser: Karl Hödl, 26.06.2007
Letzte Überarbeitung: 25.02.2025
PDF herunterladen