GebäudeAm Grafenegg
Aufschließungsstraße der Siedlung im Westen der Stadt, beginnend bei Ausseer Straße 88. Benannt nach dem Schloss Grafenegg, einem Spätrenaissancebau aus dem 17. Jahrhundert, das im März 1982 wegen Baufälligkeit abgetragen worden ist.
Georg Rebl kaufte Grafenegg
- 1589
Ab 1589 kaufte Georg Rebl, Landpfleger von Strechau, kleinere Güter und Gründe im Ennstal, darunter auch das Anwesen „Graff in der ayöd" im Westen von Liezen. Sein „Taufname": „Gut Grafenschwaig". Als glühender Protestant hatte es Rebl zur Zeit der Gegenreformation in seinem idyllischen Landgut allerdings nicht besonders gemütlich. Weil er trotzdem standhaft blieb, musste der Lutheraner fliehen und seinen Erben den Besitz überlassen.
Quelle:
Gerwald Mitteregger: Glück
und Ende von Grafenegg im Ennstal. In: Liezen im Zeitenwandel 39 (2010).
Georg Mayer kaufte das Gut Grafenegg
- 1601
Jörg Schwaiger schrieb in seinem Buch zum 75-Jahr-Jubiläum der Stadterhebung 2022 folgendes:
Die Rebl'schen Nachkommen
verkauften das Haus samt dazugehörigem Besitz im Jahr 1601 an Georg Mayer. Noch
im selben Jahr erwirkte dieser, seines Zeichens Landpfleger zu Wolkenstein, die
Erhebung des Gutes zu einem adeligen Sitz. Aus Gut Grafenschwaig wurde
„Grafeneck", sein Eigentümer nannte sich ab sofort „Georg Mayer von und zu
Gravenegg im Ennsthale". Mayer war es vermutlich auch, der das Schloss im
bekannten Renaissancestil erbaute.
Dr. Gallus Brunner kaufte das Schloss Grafenegg
- 1612
Jörg Schwaiger schrieb in seinem Buch zum
75-Jahr-Jubiläum der Stadterhebung 2022 folgendes:
Die Erben des Vorbesitzers Georg Mayer gaben das Schloss 1612 weiter an den Juristen Dr. Gallus Brunner. Der Kaufpreis: einträgliche 8000 Gulden. Grafenegg bestand zu diesem Zeitpunkt aus einem winkelförmigen Gebäude, dessen Fassade talseitig von zwei übereckgestellten Erkerbauten flankiert war. Erzherzog Ferdinand schenkte Gallus hohes Vertrauen - und neben dem Fischereirecht in Weißenbach auch das so genannte Burgfriedsrecht, das insbesondere aus der niederen Gerichtsbarkeit bestand. Recht wurde in der Regel in Bezug auf geringere Delikte des Alltags gesprochen, die mit Geldbußen oder leichteren Leibstrafen sühnbar waren.
Stift Admont erwarb das Schloss Grafenegg
- 1636
Jörg Schwaiger schrieb 2022 in seinem Buch zum
75-Jahr-Jubiläum der Stadterhebung folgendes:
1636 gab es einen neuerlichen Besitzerwechsel:
Das Schloss gelangte in das Eigentum des Benediktinerstiftes Admont.